Werbeagentur Zürich

Die Tonhalle Zürich und die Volksmusik


Willkommen auf einer Seite, die nach und nach entsteht, quasi eine Open-Space-Seite, an der sich wie bei einer Stubete jeder beteiligen kann. Hier suchen wir Zeitzeugnisse,

  • die von Volksmusikkonzerten in der Tonhalle Zürich seit 1895 erzählen.
  • die vom Engagement der Tonhalle-Musiker in der Volksmusik erzählen.
  • die zeigen, dass Volksmusik in die Tonhalle Zürich gehört.
    Informieren Sie sich unten, was wir bis heute an Daten zusammengetragen haben. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie etwas zum Thema beitragen möchten >>

Ein echtes Chalet auf der brandneuen Bühne im Grossen Tonhalle-Saal: Das war 1896, ein Jahr nach der Eröffnung der neuen Tonhalle. Man feierte das erste Schweizerische Trachtenfest, und das natürlich in der Tonhalle Zürich. Der Bogen schliesst sich, da der administrative Leiter der Stubete am See, Johannes Schmid-Kunz heute Geschäftsführer der Schweizerischen Trachtenvereinigung ist, und zwei Mal jährlich im Kleinen Tonhalle-Saal den Primarschülern der Stadt Zürich Lust auf Schweizerische Volkstänze macht.


Volkstanball 1961

Im Bild oben sind Tänzer am Volkstanzball 1961 zu sehen auf der Bühne des Kleinen Tonhalle-Saals Zürich.
Interessante Details zur Schweizerischen Trachtenbewegung Made in Zurich aus dem Stadtrundgang “Ländlerstadt Züri” von Dorothee Zimmermann und Madlaina Janet: «Es sind städtisch-bürgerliche Kreise, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts beginnen, die in Vergessenheit geratenen Schweizer Trachten zu sammeln und die dazugehörigen Bräuche wieder neu aufleben zu lassen. Eine paradoxe Situation: Während der Anteil, der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung rapide zurückgeht, wird die Schweiz als ein Land von Bauern mystifiziert. Als eine der ersten grossen Werbeaktionen, um die Tracht populär zu machen, organisiert der Lesezirkel Hottingen zur Einweihung des Landesmuseums 1896 einen riesigen Trachtenumzug. 1500 Trachten aus allen Teilen der Schweiz werden präsentiert. Es sollten sich möglichst Bewohner aller Kantone in ihrer jeweiligen Tracht am Umzug beteiligen, jedoch zwangen Rekrutierungsprobleme die Veranstalter dazu, vor allem Zürcherinnen in den Trachten defilieren zu lassen. Diesem Umzug in der Stadt Zürich folgen mehrere äusserst beliebte Umzüge. Jahre später, als das Tragen von Trachten in den Bäuerinnenschulen Pflicht wird, tritt die Tracht ihren Siegeszug auch in ländlicheren Gebieten an. Endgültig etabliert hat sich die Bewegung im ganzen Land in den 30er-Jahren, was sich unter anderem am Trachtenfest und -umzug der legendären Landi 39 in Zürich manifestiert, welches der meistbesuchte Anlass der Landesausstellung überhaupt ist.»


Landszene Tonhalle Zürich

Die Decke des Grossen Tonhalle-Saals ist mit drei grossen Bildern geschmückt. Das eine wird oft “zitiert”, da Johannes Brahms, der neben andern Dirigenten das Eröffnungskonzert dieses Konzertsaals mitleitete, interessiert auf die Bühne schaut, was den heute gegeben wird…

Wir “zitieren” das andere Bild gerne, eine ländliche Szene, die die Bergwelt, das Sennenleben, Trachten und Volksmusik glorifiziert. Volkskultur mit der dazugehörigen Musik ist 1895 in der Tonhalle Zürich zu Hause.


Die Neue Tonhalle (1895) mit dem ursprünglichen Vorbau (bis 1936) verfügte über zahlreiche Möglichkeiten für Unterhaltungs- und Tanzmusik. Vor den Trocadéros war ein lauschiger Garten mit Restaurant und Musikpavillon. Im riesigen ovalen Musikpavillon unter den Trocadéros fanden rauschende Feste statt. Die Volks- und Salonmusik waren hier zu Hause und der Pavillon konnte zum herrlichen Garten am See hin geöffnet werden. Es wurde mit Konzerten des Tonhalle-Orchesters und mit Unterhaltungskonzerten geworben.



Alte Aufnahmen des Tonhalle-Orchesters im Audioplayer rechts

Im Audioplayer hören Sie folgende historische Aufnahmen mit dem Tonhalle-Orchester Zürich oder Solisten des Orchesters:

  • «Am Abend der Schlacht» mit Arthur Klein, Piston. Aufnahme 1909
  • «Les Hirondelles» mit den Piston-Solisten Arthur Klein und Wilhelm Wendt /Aufnahme 1909
  • «Der letzte Postillion vom St- Gotthard» mit dem Solotrompeter des Tonhalle-Orchesters Zürich Wilhelm Wendt / Aufnahme 1912
  • «Schweizerheimweh» mit dem Solotrompeter des Tonhalle-Orchesters Zürich Wilhelm Wendt / Aufnahme 1912
  • «Z'Gloggeglüt» Tonhalle-Orchester Zürich / Aufnahme um 1920
    Herzlichen Dank an Serge Schmid vom Entlebucher und Emmentaler Musikarchiv. Er hat den Wert dieser Aufnahmen erkannt und die Schellackplatten aufgetrieben und digitalisiert.

Volksmusikanten im TOZ

Otto Würsch (1908-1962) Solo-Horn

Otto Würsch 1908-1962

Otto Würsch (junior) von Emmetten/Kilchberg ZH war ein Multitalent. Er spielte in verschiedenen Schweizer Volksmusikensembles Cornet, Trompete, Tuba, Posaune und Bassgeige, 1945 wird er Solohornist zuerst im Radio-Orchester Zürich und später in der “blauen” Formation des Tonhalle-Orchesters, das heisst er spielt im Opernhaus.
Er spielte mit seinem Vater (Otto Würsch sen.) in der Ländlerkapelle Sebastian Kaufmann und Otto Würsch und in der Stadtmusik Luzern. Mit Kaspar Muter und Jost Ribary war er in unzähligen Formationen tätig. 1944 erlangte er am Konservatorium Zürich sein Diplom am Horn, Nebenfach Kontrabass. Später dirigierte er das Kantonspolizeicorps Zürich und die Blasmusik Wädenswil. Für sie arrangierte er die grossen Sinfonien (Z.B. Dvorak aus der neuen Welt) und hatte als strenger Leiter international grossen Erfolg. In seiner Studioformation «Ländlerkapelle Guggachbuebe» und der Formation «Freudenberger Dorfmusik» spielten mehrere Musikanten des Tonhalle-Orchesters (unter anderen Fridolin Frei als Trompetensolist und Marcel Frei als 2. Trompeter) zusammen mit Musikanten des Kantonspolizeicorps Zürich. Für diese Ensembles und für seine Blasmusikvereine komponierte Otto Würsch viele Werke. Otto Würsch leitete (zusammen mit Hermann Voerkel, Kontrabass) die Promenadenkonzerte im Auftrag der Tonhalle-Gesellschaft. Da wurde in öffentlichen Anlagen in der Stadt Zürich gehobene Unterhaltungsmusik gespielt. Otto Würsch spielte auch über viele Jahre 3. Horn und 1. Wagnertuba im Festspielorchester Luzern.
Sein Verhältnis zur Volksmusik war nicht ganz einfach. Sein Vater war nicht für ein Musikstudium des Sohnes zu begeistern und bezahlte ihm nicht einmal die Bahnreise zur Aufnahmeprüfung nach Zürich. Otto junior liess sich nicht beirren und der Eintritt ins Tonhalle-Orchester war für ihn eine grosse Bestätigung. Damit konnte er beweisen, dass er von der Musik leben konnte und er wurde als Profi akzeptiert. Andererseits wurde er dadurch von den Volksmusikanten eher gemieden. In seiner eigenen Familie war die Volksmusik kein Thema, da legte er Wert darauf, klassischer Musiker zu sein. Zusammen mit seinen Nebeneinnahmen als Musikant, Dirigent und Komponist hatte er ein gutes Einkommen. Otto Würsch verstarb viel zu früh, er war den unglaublichen Belastungen all seiner Tätigkeiten zusammen mit dem “obligaten” Alkohol- und Tabakkonsum bei den zahlreichen Anlässen nicht gewachsen.


Freudenberger Dorfmusik

Die Freudenberger Dorfmusik in den 50er-Jahren im Kongresshaus Zürich. Otto Würsch sitzend und die Gebrüder Frei an den Trompeten. Die Musik bestand aus Musikern des Tonhalle-Orchesters und des Kantonspolizeicorps Zürich. Es ist eine 9er-Musig mit Es-Klarinette, Klarinette, Wald-, Es- und Tenorhorn, Susaphon und zwei Trompeten.


Rhythm-Boys

Otto Würsch am Cornet mit seinen Rhythm-Boys, am Saxophon Jost Ribary.


  • Im Audioplayer rechts finden Sie eine Aufnahme der Komposition «Surrlibus» von Otto Würsch, gespielt in einer jüngeren Radio-Aufnahme der Niinermusig Sarnen.
  • Hier hören Sie Otto Würsch Junior am Piston und an der Bassgeige und sehen ihn auf zahlreichen Bildern mehr >>
  • Historisches Tonbeispiel der Freudenberger Dorfmusik mit Musikern des Tonhalle-Orchesters Zürich «Gruss an Freudenberg» von Otto Würsch mehr >>
  • Hier hören sie den «Polizist Wäckerli Marsch» von Otto Würsch mit den Freudenberger Dorfmusikanten mehr >>
  • Hier hören sie die Polka «Es Trompeter-Gschichtli» von Otto Würsch mit den Freudenberger Dorfmusikanten mehr >>
  • Weitere Infos und Bilder zu Otto Würsch mehr >>

Wer hat Hinweise auf die Radioaufnahme von einem Mozart-Hornkonzert mit Otto Würsch am Solo-Horn? Das Konzert fand statt am 29. Mai 1945, das Konzert wurde von Erich Schmid, Hermann Scherchen und Otmar Nussio geleitet. Bisher haben alle Nachforschungen bei SRF, den Nachfahren von Ottmar Nussio und der Tonhalle-Gesellschaft Zürich keine Ergebnisse gebracht.

Fridolin Frei (1919-1996), Solo-Trompete

Marcel (links) und Fridolin Frei


Der Orchester-Trompeter: Fridolin Frei wurde 1919 in Oberehrendingen (AG) geboren. Er wuchs in Wettingen auf, wo er schon mit 3 Jahren den ersten Trompeten-Unterricht durch seinen Vater genoss. Seine ersten Betätigungsfelder waren die Knabenmusik Wettingen und das Jugendorchester Baden. Die Ausbildung zum Orchester-Trompeter erfolgte am Konservatorium Zürich bei E. Söldlin. 1937/38 hielt er sich zum Weiterstudium bei Otto Feist in Berlin auf. Paul Spörri, der Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, berief Fridolin Frei in dieses Orchester. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges verhinderte ein weitergehendes Engagement in Berlin. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz erfolgten Verpflichtungen beim Stadtorchester St. Gallen und beim Radioorchester Lugano. 1940 – 44 war Fridolin Frei Solotrompeter beim Radioorchester Zürich, das 1944 mit dem Tonhalle- und
Opernorchester verschmolzen wurde. In diesem Orchester amtierte Fridolin Frei bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1984 als Solotrompeter. Ebenso war er während 31 Jahren Mitglied des Schweizer Festspielorchesters in Luzern. Fridolin Frei war es so vergönnt, unter praktisch allen grossen Dirigenten seiner Zeit zu musizieren. Während langer Zeit war Fridolin Frei als Solist in praktisch ganz Europa gefragt, unter anderem auch als Interpret des berühmten 2. Brandenburgischen Konzertes, das er mit unvergleichlicher Brillanz zu spielen wusste. Trotz dieser Erfolge blieb Fridolin Frei eine überaus bescheidene Persönlichkeit.
Der Pädagoge: Von 1941 bis 1984 unterrichtete Fridolin Frei an der Musikakademie und am Konservatorium Zürich. Er verstand es, durch seinen immerwährenden Frohmut die Schüler auf eine natürliche Weise zu motivieren und diesen Schwung für eine fundierte Ausbildung, die er auf der Arban-Methode aufbaute, zu nutzen. Von 1968 bis 1984 wirkte Fridolin Frei auch als Musiklehrer an der Bezirksschule Wettingen, wo er viele Schüler ermuntert hat, das Trompetenspiel zu erlernen und sie mit viel Geschick für diese Betätigung begeistert hat.
Der Trompeten- und Kornett-Virtuose: Schon früh, als Fridolin Frei 1932 in die Jägermusik Wettingen, ein Harmonie-Blasorchester, eintrat, entstand eine enge Beziehung zum volksnahen Musizieren. Er verstand es in dieser Sparte Leistungen zu vollbringen, die während Jahrzehnten über die Landesgrenzen hinaus als Massstab galten. Erwähnt seien hier stellvertretend seine Interpretationen von „Silberfäden“ und „Die Teufelszunge“. Viele dieser Werke wurden auch als Schallplatten und Radioaufnahmen festgehalten. Im Duett war Fridolin Frei oft auch zusammen mit seinem Bruder Marcel (ebenfalls Mitglied des Tonhalle-Orchesters Zürich) zu hören. Fridolin Frei war auch mitbeteiligt bei der Gründung des wahrscheinlich ersten professionellen Blasorchesters der Schweiz dem „Blasorchester Uristier“. Dieses Orchester beschäftigte sich ausschliesslich mit der Produktion von Radio-und Schallplattenaufnahmen.
Der Komponist und Blasmusikdirigent: 1963 wurde Fridolin Frei auf dem Berufungsweg zum Dirigenten der Jägermusik Wettingen ernannt. Dieses Blasorchester führte er mit konsequenter Aufbauarbeit, dank seinem grossen Fachwissen und seiner kameradschaftlichen Verbundenheit zu den Musikern, in die Höchstklasse. Mit seiner Ausstrahlung verstand er es immer wieder von neuem zu begeistern und zu überzeugen. Leider musste er 1990 aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab ablegen. Im Südtiroler Landesmusikverband wirkte Fridolin Frei während mehr als 15 Jahren als Instruktor für Blasmusik und als verantwortlicher Leiter der Dirigentenkurse. In der Schweiz war er gern gesehenes Jurymitglied an kantonalen und eidgenössischen Musikfesten. Fridolin Frei schrieb ca. 15 Märsche und zahlreiche Solostücke für Trompete und Blasorchester. Die bekanntesten sind „Der lustige Trompeter“, „Die Nachtigallen“, „Triumph-Phantasie“, „Ungarische Phantasie“, „Trompetenspässe“ und „Bravour-Walzer“. Daneben betätigte er sich auch als Arrangeur von zahlreichen Blasmusikwerken. Am 6. Oktober 1996 ist Fridolin Frei in Neuenhof (AG), nach langer, mit grosser Geduld ertragener Krankheit im 77. Altersjahr von uns gegangen. Mit seinem Tod geht ein bedeutendes Stück Schweizer Trompeter-Geschichte zu Ende.

Marcel Frei (*1922), Trompete

Marcel Frei spielte von 1943 bis 1987 wie sein Bruder Fridolin in der blauen Formation des Tonhalle-Orchesters Zürich 3. Trompete und stellvertretende Solotrompete. Er war ebenfalls beteiligt in den Ensembles von Otto Würsch. Bezeichnend ist, dass in den Biographien der Gebrüder Frei ihre ausgeprägten Verdienste als Bindeglieder zwischen Kunst- und Volksmusik immer wieder hervorgehoben werden.

Erwin Ernst Kunz, Tuba und Kontrabass

Erwin Ernst Kunz

Erwin Ernst Kunz am Kontrabass bei Musikaufnahmen im Oktober 1988. (Foto: Rolf W. Kunz)

Erwin Ernst Kunz, geboren am 24. März 1917, ist zusammen mit den Brüdern Jakob und Willy im damals ländlichen Uster / ZH aufgewachsen. Als 10-Jähriger erhielt er von der Mutter sein erstes Instrument geschenkt: eine alte, defekte Handorgel. Ein Ustermer Musiklehrer stellte ihm ein bespielbares Instrument zur Verfügung und erteilte dem Knaben Unterricht. Die ärmlichen Verhältnisse in der Arbeiterfamilie boten für musische Betätigungen wenig Spielraum. Ein weitsichtiger Vormund ermöglichte ihm, die Aufnahmeprüfung an das Zürcher Konservatorium zu absolvieren, die er als 17-Jähriger erfolgreich bestand.
Gesegnet mit der Gabe des absoluten Musikgehörs erlernte Ernst Kunz das Rüstzeug für den Sprung in ein Sinfonieorchester im Rekordtempo. Mit 20 Jahren wurde er in das Tonhalle-Orchester aufgenommen, dem er als Tubist und Kontrabassist von 1937 bis zur Pensionierung im Jahr 1982 treu blieb. Mit vitalem Interesse studierte er als junger Musiker die Kompositionstechniken der grossen Meister wie Wagner, Brahms oder Bruckner und bildete sich in musiktheoretischen Fächern weiter. Internationale Berufssinfonieorchester von Wien, Mailand, Berlin, über Peking bis Buenos Aires engagierten den Tubisten gerne als Zuzüger. Unter Musikerkollegen war er umgangssprachlich als «Tuba-Kuenz» bekannt.
Neben seiner Tätigkeit als Orchestermusiker engagierte und wirkte der vielseitige Musiker in den unterschiedlichsten Bereichen des Schweizer Musikschaffens. Er dirigierte diverse Berufsmusik- und Amateurformationen wie auch Chöre und amtete als Korrepetitor für Opernsänger und -sängerinnen. Ebenso war er als musikalischer Aufnahmeleiter für Musikstudios tätig: Unter anderem war er verantwortlich für die Produktion einer CD-Reihe mit Schweizer Liedern und Märschen, die anlässlich der 700-Jahre-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft entstand «Kantons-Märsche aus der ganzen Schweiz, Schweizer-Lieder aus allen Kantonen).
Über viele Jahre hinweg war Ernst Kunz sonntäglicher Organist und Chorleiter in der Strafanstalt Regensdorf. Unter seinem Dirigat nahm der Chor zusammen mit dem Bläserkorps der Heilsarmee und Solisten anfangs der 1970er-Jahre eine Sammlung an Weihnachtsliedern auf, die mit beachtlichem Erfolg auf dem Tonträger «Der Gefangenenchor der Strafanstalt Regensdorf singt Weihnachtslieder» (Ex-Libris-Verlag) vertrieben wurde.
Regelmässig und zu seinem persönlichen Vergnügen trat er mit Volksmusik-Formationen auf und spielte Tuba oder Kontrabass unter anderem bei der Länderkapelle Edi Bär, der Freudenberger Dorfmusik von Otto Würsch oder der Seldwyler Dorfmusik von Jakob Farner. Nach seiner Pensionierung beim Tonhalle-Orchester unterrichtete er als Lehrer für Tuba am Konservatorium Luzern.
Zeit seines Lebens war E. Ernst Kunz auch als Komponist, Arrangeur und Texter aktiv. Er komponierte Märsche, Orchester- und Chor-Stücke, Singspiele und schrieb unzählige Orchestrierungen, Arrangements und Bearbeitungen. Eine besondere Vorliebe hatte er für Kinderlieder: Die vielen Lieder, die er geschrieben und vertont hat, wurden im Buch «Kinderlieder: wenn die Kinder singen, lacht der Himmel froh, alle Engel singen laut ein Jubilo» (erschienen im Jahr 2000) verewigt.
Nicht zu letzt war der musikalische Tausendsassa auch an einem veritablen Stück Schweizer Popmusik-Geschichte mitbeteiligt: Für das Album «View To Heaven» von Les Sauterelles verfasste Ernst Kunz die Streicher-Arrangements und dirigierte ein 16-köpfiges Streichorchester bei den Aufnahmen im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg. Zu den von Ernst Kunz orchestrierten Songs gehört auch die Single «Heavenly Club», die es 1968 auf Platz Nr. 1 der Schweizer Hitparade schaffte. Die Single gilt als erste Schweizer Produktion, die in den offiziellen Schweizer Charts den Spitzenplatz erreichte. Dank dem Album mitsamt der Hitsingle gelang den Sauterelles der internationale Durchbruch.
Das erfüllte Leben für die Musik hat im hohen Alter von 97 Jahren ein Ende genommen: Am 11. Juli 2014 ist Erwin Ernst Kunz gestorben.
Quelle: www.suisa.ch, Rolf W. Kunz


Hansjürg Leuthold, Solo-Klarinette

Hansjürg Leuthold war Solo-Klarinettist in der blauen Formation des Tonhalle-Orchesters und später im Orchester der Oper Zürich. Er spielte in Ländler-ad-hoc Formationen und auf Ueli Moosers LP «Urchig us de Fuuge» unter dem Pseudonym Joggi Abderhalden.

Jakob Hefti, Solo-Horn

Lauwiser Dorfmusik

Jakob Hefti war Solo-Hornist des Tonhalle-Orchesters Zürich von 1975 bis 2007. Er war Mitglied der Lauwiser Dorfmusikanten um Martin Imfeld, die die vergessene Musik von Ferdinand Lötscher wieder entdeckten. Ein Musikbeispiel finden Sie im Audioplayer rechts.


Markus Würsch, Solo-Trompete

Markus Würsch

Markus Würsch war Solo-Trompeter im Tonhalle-Orchester von 1981-1995. Er war Mitglied der Lauwiser Dorfmusikanten. Siehe Hörbeispiel im Audioplayer rechts. Otto Würsch (Junior) war mit ihm verwandt, der Grossvater von Markus war ein Bruder von Otto Würsch senior. In den wilden Folk-Music-80er-Jahren spielte Markus am Schwyzerörgeli in der Schmiedgassmusik (Besetzung: Geige, Halszitter/ Hackbrett , Gitarre, Schwyzerörgeli und Bass). Auch ist Markus bekannt als begeisterter Fasnächtler und Guggenmusikant in Luzern.


Lauwiser Dorfmusik

Lauwiser Dorfmusik

Jakob Hefti und Markus Würsch spielten in der Lauwiser Dorfmusik von Martin Imfeld mit. Martin Imfeld entdeckte im Dachstock seiner Familie alte Noten von Ferdinand Lötscher. Lötscher war befreundet mit Imfelds Grossvater. Dank der Lauwiser Dorfmusik fanden die 50 ländlichen Tänze für sechsstimmige Blechmusik von Lötscher in den 1980er-Jahren wieder Beachtung. Im Bild v.l.n.r: Jakob Hefti, Heinz Della Torre, Martin Imfeld, Pia Bucher, Markus Würsch und Armin von Rotz Ausführliche Informationen dazu >>


Promenadenkonzerte in Zürich

In den Anlagen aller Stadtkreise Zürichs fanden alljährlich traditionelle Promenadenkonzerte der 26 städtisch subventionierten Musikgesellschaften statt. Diese fanden Sonntag Vormittags oder an Mittwochabenden statt. Im Bestreben, den Charakter von Zürich als Kur- und Ferienort in den Vordergrund zu rücken, versuchte man auch Werktags um 11 Uhr Konzerte anzubieten. In der Tonhalle Zürich war ab 1959 Otto Würsch und sein Kollege Hermann Voerkel (Kontrabass) für die Programmierung und Leitung der Promenadenkonzerte zuständig. Später lag die Verantwortung beim stellvertretenden Konzertmeister Karl Wenz, gemäss Ernst Kunz ein sehr angenehmer Leiter dieser Konzerte. Gespielt wurde eine Stunde, geprobt wurde nie dafür, man spielte vom Blatt. Die Musiker schätzten die Dienste der Promenadenkonzerte nicht zuletzt, weil sie kurz waren :-) Das Tonhalle-Orchester spielte jährlich 6 Promenadenkonzerte, oft im Pavillon auf dem Bürkliplatz. Die Auswahl der Konzertplätze war offenbar im Orchestervorstand ein Thema: “Wir bitten Sie, die Auswahl der Konzertplätze den im Verhältnis zum heutigen Verkehrslärm eher bescheidenen akustischen Potenzen eines SInfonieorchesters anzupassen” (Eric Guignard, Cellist im Tonhalle-Orchester). In den vorliegenden Programmen wurden Märsche, Walzer, Polkas oder Ouvertüren von Waldteufel, Berlioz, Gounod, Blon, Meyerbeer, Wagner, Joh. Strauss oder Suppé gespielt.

Folklorenachmittage Tonhalle

In der Tonhalle Zürich fanden Folklore-Nachmittage statt, die von der SBG gesponsert waren. Für die Musikauswahl und Moderation war Wysel Gyr zuständig.

Nachmittagskonzerte Jelmoli

Im Kaufhaus Jelmoli wurde jeweils Nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr Salonmusik gespielt. Oft waren Musiker des Tonhalle-Orchesters beteiligt, etwa Heribert Lauer (Konzertmeister). Oft spielte man in der Besetzung Klarinette, Handorgel, Klavier und Bass.